Kapitel 5

Von den Drachen

Super-8-Romantik

Georg kramt in der Kiste und kratzt sich den Kopf, der langsam grau wird. “Irgendwo hier muss sie sein. Das war eigentlich eine Super-8-Aufnahme, aber ich habe sie mir mal auf VHS gezogen”. Seine drei Kinder lächeln milde. Jetzt, wo sie alle über 20 sind, können sie die Obsession ihre Vaters für hoffnungslos altmodische Videotechnik etwas gelassener sehen.

Die Kassette gleitet in den Rekorder, es rauscht und sie sehen auf wackligen Bildern einen Schwenk durch eine Art Stadion voller junger Menschen. Manche tragen beige Hemden mit Halstüchern. Offensichtlich ein Pfadfindertreffen. Die Kamera fängt für einige Sekunden die ausgelassene Stimmung ein, es wird gesungen, irgendwo startet eine La-Ola-Welle. Dann ist plötzlich ein junger Mann im Bild. Ende zwanzig vielleicht. Der Bart noch ganz ohne grau, aber so dicht wie heute. Sie erkennen Georg sofort.

Jemand hält ihm ein Mikrofon vors Gesicht und sagt: “Georg, viele Leute finden es heutzutage seltsam, dass Pfadfinder ihre spezielle Kluft tragen. Viele finden das altmodisch. Andere sagen: Das gehört für mich zur Pfadfinderei dazu. Wie denkst du denn darüber?”. Georg schaut den Fragesteller ernst und auch etwas übernächtigt an. Er überlegt seine Worte. “Ich denke, wer die Kluft tragen will, soll sie tragen. Aber eins ist klar: Einen Pfadfinder erkennt man nicht an der Kluft, den erkennt man am Handeln, ob er wirklich sieht, was Not tut und dann hilft”. Seine weiteren Sätze gehen im tosenden Beifall unter.

Dem Georg vor dem Bildschirm ist die Szene fast etwas peinlich. “Ich wusste gar nicht, dass diese Szene da auch drauf ist”, beteuert er. Seine Kinder glauben es ihm. So viel Selbstdarstellung würde auch nicht zu ihm passen. Sie lächeln nun nicht mehr milde, sondern stolz.

Georg, der Drachentöter

Die Stadt Silena traf ein schreckliches Schicksal. In dem großem See, an dem sie lag, lebte ein giftiger Drache, der die Stadt tyrannisierte. Alle Versuche, ihn bewaffnet zu vertreiben, waren gescheitert. Im Gegenteil: Der Drache kam bis an die Stadtmauer, atmete giftigen Qualm aus. Um ihn zu besänftigen, opferten die Bürger der Stadt ihm täglich zwei Schafe, denn an seinem giftigen Atem starben die Menschen wie die Fliegen. Als die Schafe knapp wurden, begann man, das Los zu werfen, wessen Sohn oder Tochter man dem Drachen nun opfern müsste. Nachdem bereits viele dem Drachen zum Opfer gefallen waren, fiel das Los auf die Tochter des Königs. Dieser sprach: “Nehmt mein Gold und die Hälfte meines Königreichs, aber lasst mir meine Tochter”. Das Volk jedoch wurde wütend und sie sagten: “Sollen wir unsere Kinder verlieren, aber du willst deine Tochter behalten?” Da wusste er, dass er sie nicht retten konnte. Er ließ ihr königliche Kleider anlegen, umarmte sie, küsste sie und sie bat um seinen Segen und machte sich auf den Weg zum See.

Zufällig kam Georg, der Ritter, dort vorbei und als er sie weinen sah, sprach er sie an. Da sagte sie: “Guter Ritter, reitet schnell davon oder ihr werdet mit mir sterben”. Doch Georg sagte ganz ruhig: “Fürchte dich nicht, sage mir, worauf du wartest?”. Sie antwortete: “Ihr seid sicher ein guter Mensch, flieht schnell, sonst sterbt ihr mit mir!”. Doch Georg blieb beharrlich: “Ich gehe nicht eher, bevor du mir sagst, was dir Angst macht”. Da erzählte sie ihm alles. Er sagte noch einmal: “Fürchte dich nicht! ich will dir helfen im Namen Christi”. Noch während sie ihn erneut bestürmte, davonzureiten, hob der Drache seinen Kopf aus dem See. Die Königstochter schrie: “Flieh, guter Ritter, flieh so schnell du kannst”. Doch Georg sprang aufs Pferd, schlug das Kreuzzeichen und ritt auf den Drachen zu. Er schleuderte die Lanze und traf den Drachen so schwer, dass dieser zu Boden stürzte. Da sagte Georg zur Königstochter: “Nimm deinen Gürtel und leg ihn dem Drachen um den Hals”. Sie tat es und der Drache lief wie ein Hündchen hinter ihr her. Als sie ihn so in die Stadt hinein führte, erschrak das Volk und wollte fliehen, doch der Heilige Georg rief: “Fürchtet euch nicht, denn Gott der Herr hat mich zu euch gesandt, dass ich euch von dem Drachen befreie. Glaubt an Christus und lasst euch taufen und ich will euch den Drachen erschlagen”. Da ließ der König sich taufen und das ganze Volk mit ihm. Und Georg zog sein Schwert und erschlug den Drachen. Der König bot Georg unermessliche Schätze an, doch der wollte sie nicht nehmen und ließ sie unter die Armen verteilen. Dann ritt er davon.

Nach der Legenda Aurea (ca. 1264)

Auslegung

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Zum Weiterdenken:

Wer sind für mich die “Drachen” von heute? Wie verhalte ich mich zu ihnen?

Wie kann ich lernen “mit den Dinosauriern zu tanzen”?

Wogegen bzw. wofür will ich kämpfen?

Zm Weiterhören:

Lisa und Christian sprechen diese Woche im Podcast über ihr Talent zum Drachentöten und ob sich das eigentlich mit dem Pazifismus verträgt.